27 Juli 2010

Gedanken zur Loveparade 2010

Duisburg 2010

Duisburg - nicht die schönste Stadt. Hier wollte ich nie leben, bin aber trotzdem hier gelandet.
An den morbiden Charme muss man sich gewöhnen und irgendwann mag man ihn sogar.

Das Problem ist.... keiner will wahrhaben, dass hier nun mal nichts zu reißen ist.
Aus einer alten, kleinen, abgetakelten Fregatte kann man einfach kein
übergroßes Supermodel machen.

Die Frage ist, wer ist denn sympathischer?

Anstatt zum Chirurgen zu rennen um alles zu verändern, sollte man einfach mal zuhören,
was drinnen los ist. Woher rühren Komplexe? Was macht eine Stadt scheinbar klein und grau?
Muss die kleine Schwester wie ein unbekannter großer Bruder werden?

Was aus einer Stadt wird, wenn man sie um jeden Preis pushen möchte sieht man ja nun.
Die ganze Region ist doch nix, aber man kann doch dazu stehen und einfach mal sich selbst
verstehen und akzeptieren wie es ist. Vielleicht liegt genau in der Einsicht ein Zauber, der
Kreatives schafft.

Was schafft man, wenn man sich so nimmt wie man ist?

Was hat eine Stadt am Boden verloren, wenn sie sich einfach mal als das begreift, was sie ist.
Klein, häßlich aber charmant - wieso sind denn Millionen für eine Imagekampagne nicht in
Jugendeinrichtungen oder Sportvereine oder auch in neue Grünanlagen geflossen?

Wer hat mich gefragt, ob ich ein Weltstadtschickimicki-Image haben möchte?
Da kann ich in 5 Minuten in Düsseldorf sein, da gibt es das in Überfluss!

Ich bin für ein häßliches Duisburg, weil häßlich sich durch innere Werte profilieren muss.
Die derzeitigen "inneren Werte" in Personalunion durch Herrn. S manifestiert solle man
mit einer gründlichen Schwitzkur hinausspucken. Vielleicht geht es dann endlich
"back to the roots" - und man merkt, dass kein Konzept der Welt eine Stadt grundlegend
ändern kann. Wir sind, was wir sind. Und nicht alles ist schlecht.

Es tut mir leid für Duisburg, dass es nun so ein schreckliches Unglück schlucken muss...
Eine Pille, die sie bestimmt nicht selbst genommen hat.

Ich hoffe, wir erholen uns und es wird ein Einsehen geben, dass Größenwahn und
Geltungssucht nix in einer alten Fregatte verloren haben.

Wir wollen echt sein! Nicht mehr und nicht weniger! Lasst Duisburg nicht fallen!

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